Buchempfehlung: Das Haus der zwanzigtausend Bücher von Sasha Abramsky

Es ist schon einige Zeit her, dass ich eine Buchempfehlung geschrieben habe. Leider fehlte mir aufgrund von Weiterbildungen und anderen Projekten schlichtweg die Zeit zum Lesen. Für die erste Buchempfehlung seit Langem suchte ich deshalb ein besonderes Buch heraus. Die aktuellste Auflage erscheint heute, also am 04.08.2017 und ich dachte mir, dies als schönen Anlass zu nehmen das Buch vorzustellen. Im Vergleich zur Auflage aus dem Jahr 2015 wurde das Buch um ein umfassendes Vorwort von Sasha Abramsky erweitert, in dem er beschreibt, wie es ihm erging, als er erfuhr, dass seine Großeltern und vor allem in welchem Umfang vom britischen Geheimdienst MI5 observiert wurden – sonst gibt es in meinen Augen keine Unterschiede.

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(C) dtv Verlag

Sasha Abramsky’s Großvater Chimen war leidenschaftlicher Sammler. Er hatte gut geschätzte zwanzigtausend Bücher in seinen Regalen. Für seinen Enkel Sasha hatten diese in seiner Kindheit jedoch kaum von Bedeutung, viel lieber lauschte dieser den Diskussionsrunden am späten Abend in dem Londoner Reihenhaus. Bei seinem Großvater gingen die Leute ein und aus – es gab kaum einen Stillstand, da sein Salon (in dem sich unter anderem auch die Bücher befanden) zum Treffpunkt für politische Diskussionen wurde. Erst als Jugendlicher wurde im allmählich klar, welche Bedeutung die Bibliothek für Chimen Abramsky tatsächlich hatte. Das geordnete Chaos, so zumindest stellte ich mir diese Sammlung vor. Ein Ort voller Kuriositäten und raren Erstausgaben, Manuskripten und anderen Schätzen. Die Sammlung umfasste unter anderem Briefe von Rosa Luxemburg oder den Mitgliedsausweis der Ersten Internationale von Karl Marx. Das Buch gleicht einem Schwelgen in Erinnerungen an eine Kindheit umgeben von Bücherregalen und einem lebenslustigen Großvater, der alles dafür tat, um seinen Enkel zum Lachen zu bringen. Auf der anderen Seite ist es spannend zu lesen, wie Sasha Abramsky Dokumente seines Großvaters Chimen durchliest und in seinem Kopf plötzlich Welten aufeinanderprallen – orthodox versus liberal.

Ich möchte nicht allzu viel preisgeben von diesem wirklich mehr als gelungenen Buch und kann jedem mit gutem Gewissen es weiterempfehlen. Ich las bereits 2015 die erste Ausgabe und konnte in der aktuellen Fassung bereits das Vorwort ergänzend dazu lesen – spannend und gleichzeitig zum Nachdenken anregend, da es kaum vorstellbar ist, dass die Zeit des Kalten Krieges noch gar nicht allzu lange her ist und wir uns glücklich schätzen können in einem friedlichen Land leben zu dürfen.

Das Werk umfasst 408 Seiten und ist ab dem 04.08.2017 mit einem nicht unwichtigen Vorwort des Autors, Sasha Abramsky, im Buchhandel eures Vertrauens erhältlich. Die neueste Auflage ist als Taschenbuch um € 13,30 (AT) bzw. € 12,90 im dtv-Verlag erschienen. ISBN: 978-3-423-14584-8

Durch einen Einkauf in einer lokalen Buchhandlung werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch ein wichtiger Beitrag für die heimische Wirtschaft geleistet. 
Read global - buy local! - eine Kampagne der Wirtschaftskammer Wien

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