Aufstellungen in Bibliotheken bzw. Büchereien (Überblick)

Während der Ausbildung zur bzw. zum Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent/in fallen immer wieder Namen oder Begriffe von Aufstellungen und Systematiken in Bibliotheken bzw. Büchereien, die auch prüfungsrelevant sein können. Einen kleinen Überblick über die wichtigsten bekommst Du in diesem Artikel. Natürlich gibt es deutlich mehr, beziehungsweise gibt es zahlreiche Institutionen, welche eine bestimmte Systematik als Grundlage heranziehen und anschließend daraus eine Hybridform bilden.

Vorweg möchte ich allerdings noch zwei Begriffe erwähnen, die immer wieder im Bezug  auf Aufstellungen fallen – Präfix und Suffix.
Ist die Rede von einem Präfix, bedeutet dies, dass vor die Signatur ein Vorsatz gestellt wird. Beispiel: A-1449397
Im Gegensatz dazu steht das Suffix. Dieser wird am Ende der Signatur hinzugefügt. Beispiel: 151789-C

Hierbei kann es sich unter anderem um ein Kürzel für den Standort handeln, dem Medientyp (z. B. CD, DVD, …) oder aber auch um das Format des Mediums.

Numers Currens (lat. numerus = Nummer, currere = laufend):

Jedes Buch erhält eine fortlaufende Nummer zugeteilt. Hierbei handelt es sich um eine mechanische Aufstellung, das bedeutet, dass die Bücher im Regelfall unabhängig von ihrem Inhalt aufgestellt werden. Natürlich sind hier auch Variationen und Hybridformen möglich.

Beispiel:
210589-C, 210590-C, 210591-C,…

Regensburger Verbundklassifikation (RVK):

Die Regensburger Verbundklassifikation (RVK) wurde in den 60er Jahren ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um eine systematische Aufstellung, das bedeutet, dass die Bücher nach Fachgebieten aufgestellt werden. Derzeit verwenden mehr als 140 Bibliotheken im deutschsprachigen Raum die Regensburger Verbundklassifikation. Die eigentliche Notation besteht aus einem der 34 Themengebiete und einem Cutter (alphanummerische Kombination, die für den Nachnamen des Autors steht).

Beispiel:
Eventmarketing: Kommunikationsstrategie, Konzeption und Umsetzung, Dramaturgie und Inszenierung von Stephan Schäfer-Mehdi
Eine mögliche RVK-Notation könnte diese sein: QP 621 S294

Hinweis: dieses Beispiel kann über RVK Online und dem CutterJO nachvollzogen werden.

Themengebiet: Q (wirtschaftswissenschaften) -> QP 410 bis QP 890 (Aufbauelemente eines Unternehmens) -> QP 600 bis QP 690 (Absatz) -> QP 620 bis QP 624 (Einzelne absatzpolitische Instrumente) -> QP 621 (Absatzmethoden): Absatzmethode, Absatzweg, Ausstellung, Direktmarketing, Direktvertrieb, Franchising, Handelsvertreter, Lieferantenkredit, Marketinglogistik, Marktsegmentierung, Messe, Sales-promotion, Telefonverkauf, Vertrieb, Vertriebsorganisation

Cutter-Sanborn
(C) UB Eichstätt-Ingolstadt

Durch die Suche im CutterJO der UB Eichstätt-Ingolstadt lässt sich durch den Nachnamen des Autors, also Schäfer, das Kürzel S294 ermitteln.

Die daraus resultierende Notation wäre in diesem Fall: QP 621 S294

Dewey-Dezimalklassifikation:

Die DDC ist die weltweit meistgenutzte Klassifikation. Ungefähr 85% der amerikanischen Bibliotheken verwenden sie. Die Aufstellung wurde im Jahr 1876 von ihrem Namensgeber, Melvil Dewey, entwickelt. Die Notation setzt sich immer aus einer Hauptklasse (-tafel) (z.B. 700 für Künste und Unterhaltung), anschließend einer der der Hilfs, usw. zusammen.

Beispiel:

Das Buch „The sky’s the limit“ von Sofia Borges, ein Bildband über moderne Architektur, bekam von der Deutschen Nationalbibliothek folgende Notation: 724.70222

Hinweis: dieses Beispiel kann über WebDewey Search der Deutschen Nationalbibliothek nachvollzogen werden.

700 – Künste und Unterhaltung (Hauptklasse)
720 – Architektur (Klasse der 2. Ebene)
724 – Architektur ab 1400 (Klasse der 3. Ebene)
724.7 – 2000 bis heute (Dewey Punkt nach der 3. Stelle, fortschreitende Untergliederung)
724.7022 – Illustrationen, Modelle, Miniaturen (Hilfstafeln)
724.70222 – Abbildungen und verwandte Illustrationen

Danach: Titel im Katalog der DNB anzeigen lassen.

Aufstellung nach Größe/Format:

Um Platz zu sparen, haben viele Bibliotheken, meist in den für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Magazinen, die Bücher nach den Buchformaten aufgestellt. So können zum Beispiel bei einem Regal, in dem ausschließlich Bücher mit einem Format von maximal DIN A5 stehen, deutlich mehr Fachböden eingehängt werden, als bei einem Regal mit gemischten Formaten. Die Größe der Bücher und somit deren Standort wird oft durch Schablonen bestimmt.

Resümee

Ich hoffe, ich konnte hier eine kleine Übersicht über die, meiner Meinung nach, am häufigsten verwendeten Aufstellungen geben. Wie bereits oben erwähnt, gibt es deutlich mehr, Zahlreiche davon sind Hybridformen („Kreuzungen“). Ich habe unten auch noch einige informative Seiten angeführt, die ich zum Kennenlernen der diversen Aufstellungen sehr empfehlen kann.


Weiterführende Links:

Einführung und Nutzung der Dewey Decimal Classification (DDC) im deutschen Sprachraum (www.ddc-deutsch.de)
Regensburger Verbundklassifikation (Wikipedia)
Regensburger Verbundklassifikation Online
Dewey-Dezimalklassifikation (Wikipedia)

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