Aufgaben und Tätigkeiten des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels

Eingang zum Palais Fürstenberg, (C) Wikimedia/Bettina Führer
Eingang zum Palais Fürstenberg, (C) Wikimedia/Bettina Führer

Im Jahr 1859 wurde der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, damals als Verein der Österreichischen Buchhändler im Zuge einer Tagung gegründet.
Seit jeher bildet der Verein, beziehungsweise ab dem Jahr 1950 Verband, die Interessenvertretung der Österreichischen Buchhändlerinnen und Buchhändler, Verlegerinnen und Verleger, Auslieferer, Verlagsvertreterinnen und Verlagsvertreter und Antiquarinnen und Antiquare im In- uns Ausland. Der in der Grünangergasse 4 im Fürstenbergpalais ansässige Hauptverband sichert des Weiteren den Erhalt und den Ausbau der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Buchbranche und unterstützt sie bei der täglichen Arbeit.

Repräsentation der Buchbranche im In- und Ausland

Ähnlich wie bei Kammern, also zum Beispiel der Arbeiterkammer, ist der HVB das Sprachrohr seiner Mitglieder gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Hierbei wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um ein dabei um ein kleines Unternehmen handelt oder aber um eine Buchhandelskette mit mehreren Filialen. Der Hauptverband ist zudem die österreichische Vertretung in der Federation of European Publishers (FEP), sowie der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB).Die Mitglieder der 5 Fachverbände (Verlagswesen, Buchhandlungen, Großhandel, Antiquariate und Verlagsvertreter/innen) bestimmen die Inhalte, welche bearbeitet werden sollen. Im Hauptverband werden diese Interessen zusammengetragen und stark nach außen hin vertreten. Zusätzlich zu aktuellen Themen, widmet sich der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels auch durchgehend Punkten wie z.B. der Buchpreisbindung, dem Urheberrecht (damit verbunden auch eine faire Entlohnung von österreichischen Verlegern und Autor/innen), sowie dem reduzierten Mehrwertsteuersatz bei Büchern.

Erwähnenswert wäre auch, dass Verlage die Möglichkeit des Titelschutzes haben. Das bedeutet, dass nach erfolgreicher Beantragung und der Publizierung des Titelschutzes in der Verbandszeitung anzeiger (erscheint monatlich) die Möglichkeit besteht, sich die Rechte an einem Titel bereits vor Erscheinen des eigentlichen Buches oder einer Reihe zu sichern – was bei vielen Büchern von hoher Relevanz ist. Beispiel: 2017 wurde das Thema Bitcoin in den Medien brandaktuell. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Autorinnen und Autoren über die gleiche Thematik schreiben und womöglich auch mehrere an denselben Titel denken.

Weiterbildungen im mediakolleg

Zusätzlich zu diesen Leistungen bietet der Hauptverband im Rahmen des mediakollegs ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm an. Dieses umfasst neben Tageskursen auch mehrtägige Workshops. Die Themengebiete reichen hier von Verkaufstrainings, Buchpreisbindung, E-Commerce oder aber auch Kurse zum Thema Datenschutz oder Urheberrecht – das Spektrum ist hier weit gefächert! Die Kurse richten sich an alle Interessentinnen und Interessenten der Buchbranche, Mitglieder des HVB erhalten Sonderkonditionen beim Preis. Ergänzend hierzu gibt es auch immer wieder zahlreiche Stellengesuche und -angebote im Servicebereich zu finden.

Als Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent/in bezahlst Du bei Kursen des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels den Mitgliedspreis. Die aktuelle Kursliste findest du hier.

Vereins- bzw. Verbandszeitschrift „anzeiger“

Oesterreichische Buchhändler-Correspondenz, Zweiter Jahrgang, 1/1861, (C) ANNO / Österreichische Nationalbibliothek
Oesterreichische Buchhändler-Correspondenz, Zweiter Jahrgang, 1/1861, (C) ANNO / Österreichische Nationalbibliothek

Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde die Vereins- bzw. später Verbandszeitschrift „anzeiger“ ins Leben gerufen. Die Zeitung zählt somit zu einer der ältesten, fast durchgehend erschienenen Vereinszeitschriften in Österreich, welche anfangs unter dem Titel Österreichische Buchhändler-Correspondenz bzw. ab dem Jahr 1922 als Anzeiger für den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel publiziert wurde. Nach August 1938 erschien bis August 1945 keine Ausgabe, da der Verein aufgelöst und in die Reichsschrifttumskammer eingegliedert wurde. Mittlerweile erscheint der anzeiger monatlich in einer Auflage von 3.800 Exemplaren. Zusätzlich ist er für Mitglieder als epaper online abrufbar.

BUCH WIEN, Preise und Auszeichnungen und mehr

Was mit einer Buchwoche im Wiener Rathaus 1948 begann, wurde 6 Jahrzehnte später, also im Jahr 2008, zur größten österreichischen Buchmesse mit nationalen und internationalen Ausstellern. Die BUCH WIEN findet jährlich in den Räumlichkeiten der Messe Wien statt und wird seit einigen Jahren durch die Eröffnungsveranstaltung, der Langen Nacht der Bücher, mit zahlreichen Lesungen und einem abwechslungsreichen Programm eröffnet. Bei der zehnten Auflage der Messe waren insgesamt 48.500 Messebesucher bei den rund 451 Veranstaltungen mit 381 Autorinnen und Autoren sowie 350 Ausstellern.

Die 11. BUCH WIEN findet von 07. bis 11. November 2018 in der Halle D der Messe Wien statt.

Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels vergibt jährlich mehrere Preise und Auszeichnungen. Zu den wichtigsten Preisverleihungen gehört unter anderem der Österreichische Buchpreis, welcher in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt vergeben wird. Der mit 20.000 € dotierte Preis wird am Vorabend der Eröffnung der BUCH WIEN verliehen. Im Jahr 2017 gewann Eva Menasse mit dem Buch Tiere für Fortgeschrittene den begehrten Preis. Bemerkenswert wäre hier vielleicht noch, dass sie gemeinsam mit ihrem Halbbruder, Robert Menasse (Die Hauptstadt), im Finale stand.
Zusätzlich gibt es einen von der Arbeiterkammer Wien gesponserten Preis in der Kategorie Debüt, welcher mit 10.000 € dotiert ist. Die Gewinnerin im Jahr 2017 war Nava Ebrahimi mit ihrem grandiosen Werk Sechzehn Wörter.

Es gäbe noch eine Vielzahl weiterer Angebote und Tätigkeiten des HVB, wie zum Beispiel der Vergabe von ISBN-Nummern in Österreich, dem Herausgeben von Bestsellerlisten oder der Bewerbung und Förderung von Veranstaltungen rund um den Welttag des Buches. Wer mehr über die Geschichte des Verbandes und/oder über wichtige Meilensteine etwas lesen möchte, kann die Verbandszeitschrift ab dem Jahr 1861 im Projekt ANNO der Österreichischen Nationalbibliothek aufrufen. Aktuelle Informationen können bequem per wöchentlichen Newsletter empfangen werden. Hierfür ist keine Mitgliedschaft notwendig.


Weiterführende Links:

Webseite des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (wikipedia)
Aktuelles Kursprogramm des mediakolleg (Weiterbildungen)
BUCH WIEN
Österreichischer Buchpreis
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (Facebook)

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