Hier ein Beitrag aus einem recht interessanten Blog, welcher umfangreiches Wissen kompakt und informativ präsentiert, nämlich ‚in a nutshell‘.
Ein passendes Thema auch für uns: Aufstieg und Abschaffung der Fraktur

Folge 1 Antikes Geschrei
Folge 2 Lesen wie Bienensummen
Folge 3 Faustischer Buchdruck
Folge 4 Fraktur versus Antiqua
Obwohl die Fraktur auch in Deutschland kaum noch verwendet wird, will ich ein paar Worte über diese Schrift verlieren, weil sie untrennbar mit unserer Geistesgeschichte verbunden ist. Fraktur ist ein Oberbegriff für alle gebrochenen Schriften, also auch für Textura und ihren Abkömmling Schwabacher. Fraktur heißt aber auch eine Barockschrift, die in Abwandlung der gotischen Textura entstanden ist. Ihre Entstehung ist eng mit Kaiser Maximilian I. verknüpft. Im Jahr 1508 ernannte er den Augsburger Bürger Johann Schönsperger zum kaiserlichen Hofbuchdrucker und beauftragte ihn mit dem Druck eines prunkvollen Gebetbuchs. Dafür sollte Schönsperger besondere Drucktypen schneiden. Die kalligraphischen Vorlagen stammten aus der höfischen Kanzlei. Das Gebetbuch wurde 1513 fertig und mit ihm das erste Druck-Erzeugnis, das die Fraktur benutzt. Die Schrift trägt die Charaktermerkmale der höfischen Herkunft und verdrängte rasch die Textura und die…

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