Restaurierung eines Gemäldes

Aktuell taucht an allen Ecken und Enden in den Sozialen Netzwerken ein Video auf, auf dem zu sehen ist, wie eine Person mit einem Wattestäbchen behutsam einen Schutzlack (Firnis) löst. Das Gemälde stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und stellt eine Frau, vermutlich aufgrund der edlen Bekleidung eine Person aus dem Adel. Mehr ist über die Dame nicht bekannt. Stilistisch lässt sich das Bild in die Zeit der Jakobiten in Großbritannien eingrenzen. Zum lösen des Schmutzes und der Firnis wurde sehr lange an einer Spezialmischung aus Gel und einem Lösungsmittel gearbeitet.

Hinter der Person die den vergilbten Firnis („yellowish varnish“) in dem Video entfernt, steckt der britische Kunsthistoriker bzw. auch Kunsthändler Philip Mould (OBE).
Mould wurde 1960 in Großbritannien geboren und hat im Laufe seiner bisherigen Tätigkeit als Kunsthistoriker und Autor zahlreiche bedeutende Gemälde entdeckt und auch teilweise restaurieren lassen.
Für seine Arbeit wurde er im Jahr 2005 mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Aktuell ist er in Großbritannien vor allem durch die Fernsehsendung Fake or Fortune? bekannt, in der er nennenswerte Kunst der vergangenen Jahrhunderte vorstellt und präsentiert. Sein Geschäft befindet sich im Londoner Bezirk St. James unweit des Buckingham Palaces.

Bereits im 17. Jahrhundert setzten sich Restauratoren damit auseinander, den verschmutzten oder vergilbten Schutzlack möglichst schonend zu entfernen, um die sich darunterbefindliche Ölfarbe nicht zu beschädigen. Gemälde dieser Art werden im Regelfall gerahmt, aber nicht zusätzlich verglast, weshalb es meisten nach einiger Zeit notwendig ist, den alten Schutzlack zu entfernen und einen neuen aufzutragen.
Eine häufig angewendete Methode zum Entfernen von Schmutz und Firnis ist, das Bild vorsichtig mit einem mit Terpentin benetzten, fusselfreien Baumwolltuch zu wischen.
Das aggressive Terpentin löst die Schicht des Schutzlackes, welche sich anschließend mit einem Wattestäbchen entfernen lässt. Hier ist sehr darauf zu achten, immer nur kleine Bereiche des Gemäldes zu bearbeiten, um möglichst wenig Terpentin auftragen zu müssen, damit die darunter befindliche Farbe nicht verfälscht oder zerstört wird. Nachdem das Bild vollständig getrocknet ist, muss bzw. sollte ein neuer Firnis aufgebracht werden, um die Farbe vor Schmutz oder aber auch UV Strahlen zu schützen. Generell gilt, dass solche Arbeiten durch Restauratorinnen und Restauratoren getätigt werden sollten, um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten und eine künstlich herbeigeführte Beschädigung zu vermeiden.

https://www.youtube.com/watch?v=kRbjNnd7Qvk


Weiterführende Links:

Philip Mould
Ölmalerei: Ölbilder säubern
BBC – Fake or Fortune?

State of the Art Archives – Internationale Konferenz für Archive zur Dokumentation moderner und zeitgenössischer Kunst (Berlin, 21.-23.9.17)

Wann? vom 21.09.2017 – 23.09.2017

Wo? Stiftung Brandenburger Tor, im Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin

Wieviel? Teilnahmegebühr: 150 Euro, Ermäßigte Teilnahme für Studierende: 50 Euro
Registrierung bis zum 15.9.2017 (Begrenzte Platzzahl)

Anlässlich ihrer Gründungsjubiläen laden das ZADIK – Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung e.V (gegr. 1992) in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln, die basis wien – Dokumentationszentrum für zeitgenössische Kunst (gegr. 1997) und das Institut für moderne Kunst Nürnberg (gegr. 1967) – alle Partner im european-art.net – zu einer Konferenz internationaler Kunstarchive ein.

In kurzen Präsentationen stellen die gastgebenden und eingeladenen Archive ihre Institutionen, die jeweiligen Sammlungsschwerpunkte, die eigene Arbeit wie auch ihre Arbeitsmöglichkeiten vor, die sie Forschenden bieten. Sie reflektieren dabei die Entwicklung und Bedeutung der Kunstarchive, die im Zuge der Cultural Turns für die Kunstgeschichte jene neuen Sammlungs- und Forschungsgebiete erschließen, die beginnend mit den Paradigmenwechseln der Moderne erwachsen sind. Mit digitaler Erschließung und Publikation gewinnt die Arbeit der Kunstarchive zunehmend an internationaler Wahrnehmung und Wirksamkeit und setzt neue Impulse für die Kunstwissenschaft, wie unter anderen für das dynamisch wachsende Gebiet der Kunstmarktforschung als auch zunehmend der Ausstellungspraxis selbst. Seit der Jahrtausendwende und vor allem im letzten Jahrzehnt mehren sich die Kunstausstellungen, die mit kulturhistorisch dokumentarischen Teilen auf die Quellendokumente der Kunstarchive zurückgreifen und damit eine Rekontextualisierung der Kunstwerke sichtbar machen.

Die Konferenz bietet Archivar_innen, Kunstwissenschaftler_innen (auch Studierenden), Journalist_innen und der interessierten (Fach-) Öffentlichkeit die Möglichkeit, durch Kurzvorträge die verschiedenen Archive mit ihren jeweiligen Besonderheiten und die von ihnen gebotenen Forschungsmöglichkeiten kennenzulernen. Die Referate und anschließenden Diskussionen in deutscher und englischer Sprache werden simultan übersetzt. Ebenso übersetzt werden zwei moderierte Diskussionen / Workshops zur (1.) qualitativen und (2.) quantitativen Kunstmarktforschung auf der Basis von Archivbeständen, zu denen sich jeweils zwanzig Interessierte bei der Registrierung anmelden können, um ihre spezifischen Wissensbedürfnisse zu formulieren.

Quelle: http://www.stateoftheartarchives.com/de/konferenz/, Stand vom 22.08.2017

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